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Название: Этнический состав Сугдеи и её хинтерланда в 1253 г. по данным Виллельма ван Рюбрука
Другие названия: Die ethnische zusammensetzung von Sugdaia und seines hinterlands im Jahr 1253 nach den angaben Willelms van Rubroek
Авторы: Байер, Х.-Ф.
Beyer, H.-V.
Дата публикации: 2005
Библиографическое описание: Байер Х.-Ф. Этнический состав Сугдеи и её хинтерланда в 1253 г. по данным Виллельма ван Рюбрука / Х.-Ф. Байер // Античная древность и средние века. — Екатеринбург: [б. и.], 2005. — Вып. 36: материалы XII Международных научных Сюзюмовских чтений (Севастополь, 6-10 сентября 2004 г.). — С. 194-228.
Аннотация: Der flämische Franziskaner Willelm van Rubroek bereiste die Krim zur Zeit der Tatarenherrschaft. Die ersten Tataren erschienen am 27. 1. 1223 vor der Stadt Sugdaia (altrussisch Surož, italienisch Soldaia, heute Sudak), nachdem sie Alanen und Polovzer (Kumanen, Kipčak) am nördlichen Kaukasus unterjocht hatten. Die Bevölkerung rund um die Stadt floh in die Berge oder übers Meer ins seldschukische Sultanat. Ein Sieg der Seldschuken über die mit den Russen und den Einwohnern der Stadt verbündeten Polovzer endete möglicherweise am 14. 6. 1223 mit der Übergabe der Stadt an die Belagerer. Der Sieg der Tataren über Russen und Polovzer an der Kalka ist nach den Angaben der ersten Novgoroder Chronik und anderer Chroniken erst auf 1224 zu datieren. Die Herrschaft der Tataren über die Gebiete nördlich des Kaukasus, des Asowschen Meeres und die Krim endete vorerst mit deren anschließender Niederlage durch die Wolgabulgaren. Die Polovzer gewannen ihre Oberhoheit über die Steppen zurück. Diese endete mit dem Feldzug Batus (1236-1242). Am 26. 12. 1238 erschienen die zweiten Tataren vor Sugdaia. Über den Niedergang der Polovzer hinterließ uns Willelm einen eindrucksvollen Bericht, der sich auf die Erzählung eines Kaufmanns stützt. Am 27. 4. 1249 vertrieben die Tataren die gesamte Bevölkerung außerhalb der Mauern Sugdaias. Der Sebastos ermittelte eine Einwohnerzahl von 8 300. Als Willelm am 21. 5. 1253 vom seldschukischen Sinope aus in Sugdaia landete, stellte er dort jedoch einen blühenden Fernhandel fest. Die Stadtoberen (Alanen, Griechen, Lateiner, Seldschuken?) waren von einer winterlichen Reise zu Batu zwecks Tributzahlung noch nicht zurückgekehrt. Der Besucher fand Unterkunft in der Bischofskirche. Der Bischof erzählte ihm viel Gutes über Batus Sohn Sartak, der als Christ galt. Am 1. 6. brachen der Franziskaner und seine vier Begleiter, unter ihnen ein Dolmetscher namens Abd-ullah (?), mit sechs Ochsengespannen und fünf Pferden von Sugdaia auf. Am 3. 6. erreichten sie den ersten tatarischen Kontrollposten, an dem sie bis zum nächsten Tag festgehalten wurden. Man wünschte, von dem Zwieback und dem Wein der Reisenden zu kosten und interessierte sich für alles, was sie mitbrachten, auch das, was sie am Leibe trugen, nahm aber nichts mit Gewalt. Die Reisenden erhielten Airan, entrahmte Sauermilch, zu trinken, die Willelm verab scheute, am 4. 6. abends gab ihm sein tatarischer Führer Kumys, gegorene Stutenmilch, zu kosten, die dem Mönch zusagte. Am 5. 6. erreichte die Gruppe die Gespanne des Kommandanten der Steppe, Skatatai, der über eine Mannschaft von 500 Leuten verfügte. Dessen Dolmetscher erwartete teure Geschenke von Willelm, der Kommandant gab sich aber mit einer großen Flasche Wein, einem Korb Zwieback und einem Teller mit Früchten beim Empfang in seinem soeben aufgebauten Zelt zufrieden. Die Frau des Kommandanten schien keine Nase zu haben und hatte deren Stelle sowie die Brauen mit schwarzer Schminke überdeckt. Zwecks Übersetzung eines Empfehlungsschreibens Balduins II., das in griechischer Sprache verfasst war, schickte Skatatai eigens einen Boten nach Sugdaia. Willelm verheimlichte, dass der Brief, den er Sartak zu überbringen hatte, den französischen König Ludwig IX. zum Absender hatte. Nach dem Inhalt des Briefes befragt, antwortete er, „Worte des christlichen Glaubens“. Auf die Frage, „welche?“ erklärte er Skatatai des Glaubensbekenntnis, woraufhin dieser den Kopf schüttelte. Am 7. 6., am Abend vor Pfingsten, kamen zu Wilhelm Alanen, Aas genannt, mit gebratenen Fleischstückchen, die er für den Festtag aufhob. Die Alanen hätten griechische Schriften und Priester, behandelten aber im Gegensatz zu den Griechen jeden Christen mit Hochachtung. Nach unserer Theorie handelt es sich bei den Alanen, Aas, Yassen, „sutti“ und den in der Konstantin- Vita genannten „sugdi“ um ein und denselben iranischsprachigen Volksstamm, dessen Hauptstadt Sugdaia war. Zur Zeit Konstantin-Kyrills hatten sie laut dessen Aussage eine Liturgie in eigener Sprache. Wilhelm traf auch ruthenische (russische, ukrainische) und ungarische Christen, die alle den Genuss von Kumys als ein Götzenopfer verabscheuten. Die Ungarn, deren Landsleute Willelm auch an der Wolga antraf, waren vermutlich lateinische Christen. Der Islam hatte sich in dieser Zeit schon bei den Wolgabulgaren und den Polovzern ausgebreitet. Ein Moslem, der sich für das Christentum begeisterte, konnte sich zur Taufe nicht entscheiden, weil er dann auf Kumys hätte verzichten müssen. Ein Völkermord hat unter Herrschaft der Tataren nicht stattgefunden. Die Machthaber waren imstande, die Handelswege zu sichern. Als negativ sind die hohen Tribute und die ausschließliche Betreibung von Viehzucht zum Schaden des Ackerbaus zu verzeichnen. Um in die Mentalität der Steppenvölker tiefer einzudringen, empfiehlt sich die Lektüre der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ in der neu erschienenen, kommentierten Übersetzung von I. de Rachewiltz.
Ключевые слова: ИСТОРИЯ
ВИЗАНТИЯ (ИСТОРИЯ)
ИСТОРИЯ ВИЗАНТИИ
ИСТОРИЯ СРЕДНИХ ВЕКОВ
СРЕДНИЕ ВЕКА (ИСТОРИЯ)
СЕВЕРНОЕ ПРИЧЕРНОМОРЬЕ
СУГДЕЯ
ИСТОЧНИКОВЕДЕНИЕ
URI: http://hdl.handle.net/10995/3839
http://elar.urfu.ru/handle/10995/3839
Источники: Античная древность и средние века. 2005. Вып. 36: материалы XII Международных научных Сюзюмовских чтений (Севастополь, 6-10 сентября 2004 г.)
Располагается в коллекциях:Античная древность и средние века

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